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WJA, Vorbericht: Eine Sonntagskaffeetour...

27.08.2013

... dürfte die Reise Richtung Ostsee zum TSV Ratekau sicher nicht werden. Eher warm anziehen sollten sich die Herzhorner Mädchen zu ihrem ersten Auswärtstermin in der Oberligasaison 2013/14. Erwartet sie doch der Dritte der deutschen Meisterschaft der B-Jugend des Jahres 2011/12 und damit gleich ein schwerer Gegner.

Die von Heiko Grell trainierten Randlübecker spielten in den letzten beiden Jahren immer eine gewichtige Rolle in der Oberliga HH/SH. Allerdings mussten sie in jüngerer Vergangenheit auch Federn lassen. So wechselte der Rückhalt im Tor Lina Maria Pooch zum Ligakonkurrenten VfL Bad Schwartau, zu dem mit Doppelspielrecht für den TSV Travemünde. Mit Larissa Petersen, Hannah und Rosa Gahl sowie Kathi Werdin sind weitere Landesauswahlspielerinnen vergangener Tage nicht mehr im Team.

Dennoch treffen die Steinburger auf ein technisch versiertes Team, dass sowohl über den rechten als auch den linken Rückraum über wurfgewaltige Spielerinnen verfügt. Insbesondere die Linkshänderin Anna Lena Grell auf der linken Angriffsseite ist die tragende Säule der Ratekauer. Mit Hannah Fuhl am Kreis und Sarah König und Stine Stobbe auf der Mitte weisen drei weitere Spielerinnen Auswahlerfahrungen auf. Die Mannschaft sucht den Paralellstoß und das Spiel 1 gegen 1, kann aber auch mit überraschenden Schlagwürfen aus allen drei Rückraumpositionen glänzen. 

Steht auf Herzhorner ein eher schmaler Kader, ergänzt durch B-Jugendspieler zur Verfügung, greift Trainer Grell bei den Gastgeber auf 14 Spielerinnen zurück, speziell zudem auf zwei Linkshänderinnen. Schon damit ist alle gesagt, wie die Vorzeichen zu sehen sind. Erfolgreich löste die Mannschaft die Fahrkarte zur Bundesliga über zwei Siege gegen Fortuna Neubrandenburg (25:22) und Rostocker HC (24:19) im Turnier um den letzten möglichen Startplatz. Danach folgte eine solide Vorbereitung, teilweise mit dem Damenteam des TSV Travemünde zusammen, an derem Ende dann beim Eulencup in Tarp ein 5. Platz erspielt wurde. Letzte Woche sollte beim hochbesetzten Turnier in Oldenburg der Feinschlief erfolgen, allerdings zeigten sich die dortigen Gegner unbeeindruckt und ermöglichten dem TSV lediglich einen Sieg.

Mehr als eine Außenseiterchance sieht Trainer Ralf Kardel denn auch nicht. Selbst wenn dies noch nicht das "Sahnestück der Liga" ist, so doch auf alle Fälle ein "dicker Brocken", an dem sich sein Team auch verschlucken kann.

Um in diese Situation nicht schon frühzeitig zu gelangen, müssen die Spielerinnen ihre sicher bestehende Nervosität möglichst mit dem Anpfiff schon ablegen und das in vielen Spielen gelernte anwenden.

Wichtig für ein gutes Spiel dürfte auch sein, wie die 5:1-Deckung der Gastgeber ausgehebelt werden kann. Auch die zweite von Trainer Grell genutzte Deckungsvariante, eine 3-2-1-Form, ist eine nach vorn gerichtete, agierende Abwehrformation.  

Die letzten Wochen waren auf Herzhorner Seite ein Wechselbad der Gefühle. So verletzte sich die einzige Torhüterin Maleen Tschirner und war anschließend eine Woche auf Klassenfahrt. Mitte August gab Annkristin Schmidt ihren Rückzug vom Handball bekannt und hinterließ damit ebenfalls eine deutliche Lücke. Für Katharina Flamma besteht derzeit nur selten die Möglichkeit, zum Training gefahren zu werden, ein logistisches Problem! Andererseits kämpfte die Mannschaft sich durch diese Unzulänglichkeiten mit viel Einsatz durch, die "Aushilfe" der drei B-Mädels nahm schon fast die Form der Zugehörigkeit an. Solange keine Verletzungen eintreten, ist es auch mit dem engen Kader von 8- 9 Spielerinnen sicher möglich, eine Saison zu absolvieren, aber sehr sehr schwer. Welche Akzente man dennoch zu setzen vermag, muß sich in Spielen gegen andere Gegner zeigen. Dafür ist das Spiel gegen Ratekau nicht der richtige Indikator. Hier gilt es eher, sich achtbar aus der Affäre zu ziehen.



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