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1. Herren, Herzhorn will um den Titel mitspielen

05.09.2013

Die Handballer des MTV Herzhorn haben den Abstieg aus der Oberliga abgehakt und wollen nun in der SH-Liga oben mitmischen. Allerdings mahnt Trainer Jens Timm im Interview: „Ein Selbstgänger wird die Saison nicht.“



Intensiv an ihrer Fitness haben die SH-Liga-Handballer des MTV Herzhorn in der Vorbereitungszeit gearbeitet.

Am Sonnabend endet auch für die Handballer des MTV Herzhorn mit der Auswärtspartie beim TSV Grömitz die lange Sommerpause. Nach dem Abstieg aus der Oberliga wollen die Herzhorner in der SH-Liga im Kampf um Titel und Aufstieg ein gewichtiges Wort mitsprechen. Im Interview mit der Rundschau-Sportredaktion berichtet MTV-Coach Jens Timm (Foto) über den Stand der Vorbereitungen.

Der Schmerz über den Abstieg aus der Oberliga dürfte mittlerweile verflogen sein. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die neue Saison?
Wir wollen um den Aufstieg mitspielen. Der Verlust von Niklas Ranft, der studienbedingt zur HSG Schülp/Westerrönfeld wechselte, ist schwer zu kompensieren, aber mit der mannschaftlichen Geschlossenheit sind wir dazu in der Lage.

Wie ist die Vorbereitung gelaufen?
Die Vorbereitung ist durchaus gut verlaufen. Die Mannschaft ist konditionell in einer sehr guten Verfassung. Wir wollten unser Tempospiel verbessern und über die Außenpositionen mehr Torgefahr ausstrahlen – ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.
In einem dreitägigen Trainingslager in Horneburg wurde der Schwerpunkt vor allem auf das Spielerische gesetzt, darum haben wir auch täglich ein Testspiel angesetzt. Gegen den Drittligisten VfL Fredenbeck erzielten wir ein beachtliches 31:31 und gegen die Hausherren aus Horneburg (Landesliga Niedersachsen) warfen wir ein deutliches 43:23 heraus. Am dritten Tag gegen Bremervörde (Oberliga Nordsee) langten die Kräfte nur noch für eine knappe 30:33-Niederlage. Des weiteren folgten ungefährdete Siege in Testspielen gegen den TSV Kremperheide (35:20) und den Barmstedter MTV (45:26). Gegen Esingen fehlten mir einige angeschlagene Spieler, wir gewannen aber trotzdem mit 31:30.
Neben mehreren Trainingseinheiten pro Woche haben wir zusätzlich einmal wöchentlich mit dem Triathlon-Coach Andre Beltz in den Itzehoer Wäldern trainiert, das war eine interessante Erfahrung für die Mannschaft.

Wie beurteilen Sie die derzeitige Zusammensetzung des Kaders?
Es fehlen ganz klar ein bis zwei Linkshänder für die rechte Angriffs-Seite. Auf den Rechtshänderpositionen und am Kreis sind wir sehr gut und doppelt besetzt. In der Vorbereitung haben sich unsere Youngster stark verbessert. Lasse Janke und Christian Fahl zeigten in den Testspielen stark aufsteigende Tendenz. Beeindruckt war ich zudem von unseren Topathleten Lutz Wamser und Lukas Olde, sie konnten im athletischen Bereich voll überzeugen. Auch unser neuer Torwart Tjark Bernhardt konnte sich in den letzten Wochen in den Vordergrund spielen, er wusste in einigen Tests zu überzeugen. Verletzungsbedingt fällt Lucas Lorenzen noch für einige Zeit aus und Stefan Hinrichs stößt erst Mitte September wegen eines Asienurlaubs wieder zum Team.

Wer gehört aus Ihrer Sicht zu den stärksten Konkurrenten?
Ich schätze Tills Löwen aus Mölln recht stark ein, auch der TSV Mildstedt hat sich auf einigen Positionen verstärkt. Es gibt immer zwei bis drei Mannschaften, die auch in die Oberliga wollen. Ansonsten ist die Liga für uns schwer einzuschätzen. Zur Rückserie wird man Genaueres über die Mitkonkurrenten wissen.

Wie sind die Rahmenbedingungen im Vergleich zu den anderen Mitbewerbern?
Unsere Rahmenbedingungen haben sich im Vergleich zur Vorsaison noch verbessert. Mit Ralf Seefeldt habe ich einen kompetenten Co-Trainer an meiner Seite und mit Frank Bruhnsen einen Organisator, der gekonnt im Hintergrund arbeitet. Der Verein steht hinter der Mannschaft und will auch weiterhin leistungsorientierten Handball bieten. Wenn man bedenkt, dass wir um die Mannschaft herum ein Team aus Akteuren haben, die alle schon Regionalliga oder sogar Bundesliga gespielt haben, so sind wir in punkto Rahmenbedingungen wahrscheinlich ganz vorn. Was uns fehlt, ist eine eigene spielfähige Sporthalle. In diesem Punkt haben uns vermutlich alle anderen Mitstreiter etwas voraus.

Was erwarten Sie am Sonnabend vom Auftaktgegner TSV Grömitz ?
Grömitz ist für uns genauso schwer einzuschätzen wie die gesamte SH-Liga. Ich werde jeden Gegner jedenfalls sehr ernst nehmen und versuchen, meiner Mannschaft noch einmal klar zu machen, dass diese Saison kein Selbstgänger wird. Wir benötigen für den geplanten Wiederaufstieg mindestens genau so viel Konzentration wie in der vergangenen Saison im Kampf gegen den Abstieg. Leider werden uns mit Stefan Hinrichs, Lasse Dieckmann und Lutz Wamser gleich drei Spieler aus privaten Gründen fehlen, dazu kommen noch die verletzten Ludger Lüders und Lucas Lorenzen. Das Team verstärken werden dafür unsere „Standby“-Spieler Tim Früchtenicht und Lasse Pingel. Wir werden versuchen, über eine stabile Abwehrarbeit ins Spiel zu kommen. Körperlich ist die Truppe, bis auf unsere verletzten Spieler, in einem sehr guten Zustand.Interview: Michael Lemm

 

Kader MTV Herzhorn
Tor: Marc Saggau, Tjark Bernhard
Feld: Sven Hesse (KM), Lasse Dieckmann (LA), Ludger Lüders (KM), Lucas Lorenzen (KM), Lutz Wamser (KM), Lasse Janke (LA), Stephan Hinrichs (RL), Christian Fahl (RA/LA), Theo Boltzen (LA/RL/RR), Kim Kardel (RL/RM), Jörn Burghauser (RM/RA), Lukas Olde (RL/RM/RR), Fynn Engelbrecht-Greve.
Trainer: Jens Timm. Co-Trainer: Ralf Seefeldt. Betreuer: Holger Fehlau, Thorsten Nagel. Team-Manager: Frank Bruhnsen.

Bericht aus der Norddeutschen Rundschau vom 05.09.2013 (Online-Version)



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